SAFARIC CONSULTING

Strategie- & Managementberatung für Digitalisierung, Handel und Konsumgüter
 

Leitfaden: Künstliche Intelligenz im Handel 

Zusammen mit dem Institut für Handelsforschung (IFH) Köln haben wir das Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) aufgegriffen. In einem Leitfaden beschreiben wir vielversprechende Anwendungsfälle („Use Cases“) von KI im deutschen Handel und bewerten diese hinsichtlich des Nutzens für Konsument*innen und für den Handel sowie hinsichtlich technologischer Komplexität und den erwarteten Implementierungskosten.

Der vollständige Leitfaden mit einer Detailbeschreibung der Use Cases und deren Bewertung steht im Download-Bereich unten zur Verfügung:

KI im Handel

Künstliche Intelligenz boomt – innerhalb eines stark wachsenden Marktes wird vor allem der Einzelhandelsbranche ein hohes Marktpotenzial zugeschrieben (siehe BMWi Studie von 2019): Während 2016 der weltweite Umsatz von KI-Anwendungen noch bei 3,2 Mrd. US-Dollar lag, wird der Umsatz bis 2025 auf 89,8 Mrd. US-Dollar prognostiziert.
Handelsunternehmen, Forschungsunternehmen und IT-Dienstleister haben Konsortien gebildet, um Lösungen zu entwickeln und diese einer großen Zahl von Händlern zur Verfügung zu stellen.

Use Cases im Bereich Warendisposition sind bereits weit verbreitet. Im Leitfaden konzentrieren wir uns auf andere Use Cases im Online- als auch stationären Handel und bewerten sie auf ihre Anwendbarkeit im Food, Near-Food und Do-It-Yourself (DIY)-Handel.


Am Point of Sale
Der stationäre Handel sieht sich Herausforderungen gegenüber, die Wünsche moderner Konsument*innen zu erfüllen.
KI erlaubt bekannte Elemente aus dem Online-Handel in die stationäre Welt zu übertragen und somit den Einkaufsvorgang vor Ort zu personalisieren. Der Kundennutzen kann verbessert, die Loyalität gesteigert werden. 


Im Preis- und Aktionsmanagement
KI ermöglicht treffsichere Prognosen im Aktionsmanagement und erlaubt Cross- und Up-Selling auch im stationären Handel. Zusammen mit Smart Shelves, Smartphones und Kundenloyalitätsprogrammen bieten sich interessante Optionen zur dynamischen Preisfindung.


Im Sortimentsmanagement
KI kann die Datenaufbereitung für die Sortimentsüberarbeitung automatisieren. Dies ist Voraussetzung für eine laufende Optimierung und die Entwicklung hin zu marktindividuellen Sortimenten.


Im Stammdatenmanagement
Die Pflege von Artikel- und Lieferantendaten ist häufig manuell, wiederkehrend und sehr fehleranfällig, teilweise wird sie an Lieferanten delegiert. Plausibilisierungs- und Validierungsregeln sind erforderlich. Use Cases in diesem Bereich zielen auf Effizienzsteigerung und schaffen die Ausgangsbasis für weitere KI-basierte Anwendungen im Handel.


Was ist bei der Einführung von KI zu beachten?

Viele Handelsunternehmen haben KI-Projekte gestartet, andere stehen noch am Anfang und sehen sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Folgende Punkte sind zu beachten:  

 

Identifizierung geeigneter Use Cases – Zusammenspiel zwischen Fachbereich und IT
Die Identifizierung von Use Cases mit Potenzial funktioniert am besten im Austausch zwischen Fachbereich und IT. Das gilt auch für die Einführung dieser Cases.


Start small – Think big
Die Möglichkeiten von KI sind groß, die Komplexität aber auch. Daher sollte eine langfristige Strategie verfolgt werden, gleichzeitig aber mit kleinen Proof of Concepts gestartet werden.


Einsatz in der Zentrale vs. in der Filiale / am Point of Sale
KI-basierte Lösungen laufen häufig im Hintergrund ohne direkte Sichtbarkeit für die Konsument*innen. KI-Lösungen sollten zuerst für grundlegende Geschäftsprozessänderungen oder -optimierungen genutzt werden. Zu nennen sind hier neben Themen rund um das Datenmanagement vor allem Bestands- und Sortiments-management.


Agile Vorgehensweise wählen
KI-basierte Lösungen werden am besten in agilen iterativen Herangehensweisen eingeführt. In Proof of Concepts oder Piloten können Erfahrungen gesammelt und Sichtbarkeit geschaffen werden.


Datenbasis schaffen
Künstliche Intelligenz braucht qualitativ gute Daten. Ohne eine entsprechende Qualität können Daten nicht sauber verarbeitet und für den Lernprozess genutzt werden.


Nutzen und Bedenken der Konsument*innen berücksichtigen
Einige Anwendungsgebiete stehen noch zu Beginn ihres technologischen Reifegrads. Ob sie sich am Markt durchsetzen und nachhaltig Mehrwert für Konsument*innen generieren, wird sich noch zeigen. Grundsätzlich sollte sich der Einsatz bzw. Rollout einer KI-basierten Lösung am Nutzen für den Kunden orientieren. Auf Bedenken der Konsument*innen muss bei der Ausgestaltung der konkreten Lösung geachtet werden.

Über das IFH Köln

Als Brancheninsider liefert das IFH Köln Information, Research und Consulting zu handelsrelevanten Fragestellungen im digitalen Zeitalter. Das IFH Köln ist erster Ansprechpartner für unabhängige, fundierte Daten, Analysen und Strategien, die Unternehmen erfolgreich und zukunftsfähig machen. Durch die Betrachtung von Märkten, Kunden und dem Wettbewerb, bietet das IFH Köln einen 360°-Blick für die Strategieableitung bei handelsrelevanten Themen. In maßgeschneiderten Projekten werden Kunden bei strategischen Fragen rund um Digital-Strategien, bei der Entwicklung neuer Märkte und Zielgruppen oder bei Fragen der Kanalexzellenz unterstützt. Mit der Digital-Brand ECC Köln ist das IFH Köln seit 1999 im E-Commerce aktiv und bearbeitet Zukunftsthemen im Handel.